{"id":879,"date":"2018-05-19T07:45:18","date_gmt":"2018-05-19T05:45:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.tauriska.at\/kohr\/?p=879"},"modified":"2018-05-24T21:11:59","modified_gmt":"2018-05-24T19:11:59","slug":"leopold-kohr-preis-2016","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tauriska.at\/kohr\/leopold-kohr-preis-2016\/","title":{"rendered":"Leopold Kohr-Preis 2016"},"content":{"rendered":"<p>Am Mittwoch, 5. Oktober 2016 nahm einer der bedeutendsten deutschen Wachstumskritiker, <a href=\"https:\/\/www.uni-oldenburg.de\/wire\/produktion\/team\/apl-prof-dr-niko-paech\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Prof. Dr. Niko Paech<\/strong><\/a>, in der Aula der Universit\u00e4tsbibliothek Salzburg, den Leopold Kohr Preis 2016 entgegen. Dieser Preis wird alle drei Jahre von der Leopold Kohr Akademie f\u00fcr soziale, kulturelle und \u00f6konomische Projekte verliehen, in denen die Philosophie Leopol Kohrs erkennbar ist:<\/p>\n<blockquote><p>1. Das menschliche Ma\u00df: \u00dcberschaubarkeit, Nachhaltigkeit, Weltoffenheit\u2026<br \/>\n2. Entwicklung: Eigenst\u00e4ndigkeit, Selbstachtung, Selbstversorgung\u2026<br \/>\n3. Entschleunigung: Gelassenheit, Achtsamkeit, Gemeinsinn\u2026<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>&#8222;Wir m\u00fcssen die Welt vom Wohlstandsm\u00fcll entr\u00fcmpeln&#8220;<br \/>\n<\/strong>Kohr-Preistr\u00e4ger Niko Paech ruft zum Verzicht auf &#8211; Feier 30 Jahre TAURISKA in der Salzburger Universit\u00e4tsbibliothek.<\/p>\n<p>Mit rund 100 geladenen G\u00e4sten wurde Mittwoch abend in der Aula der Universit\u00e4tsbibliothek Salzburg das 30j\u00e4hrige Jubil\u00e4um des Vereins Tauriska sowie der Leopold Kohr-Akademie in Neukirchen\/Gr.Ven. gefeiert. Deren Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Susanna V\u00f6tter-Dankl und Christian V\u00f6tter, Vorstandsmitglied G\u00fcnther Nowotny sowie Kohr-Legator Alfred Winter vergaben dabei auch den diesj\u00e4hrigen Leopold-Kohr-Preis. Dies an den deutschen Volkswirt und Wachstumskritiker Niko Paech, der in seiner Rede zum aktiven Verzicht aufrief. Die Welt m\u00fcsse vom \u201eWohlstandsm\u00fcll entr\u00fcmpelt\u201c werden. Eine radikale Reduzierung materieller Anspr\u00fcche w\u00e4re kein Mangel sondern ein Gewinn. Das betonte der Verfechter der \u201ePostwachstums\u00f6konomie\u201c &#8211; eines Wirtschaftssystems, das nicht auf Wachstum sondern auf einen Wandel des Lebensstils, der Versorgung und Produktion setzt. Es w\u00fcrde deutlich weniger Ressourcen verbrauchen, w\u00e4re insgesamt stabiler und \u00f6kologisch vertr\u00e4glicher. Es w\u00fcrde au\u00dferdem viele Menschen entlasten, denen &#8222;im Hamsterrad der materiellen Selbstversorgung schon ganz schwindlig wird\u201c.<br \/>\nGenau wie einst der aus Salzburg stammende Philosoph Kohr m\u00fcsse man stets fragen: \u201eWas ist das Menschendienliche?\u201c, meinte der Preistr\u00e4ger, seit kurzem Lehrbeauftragter an der Universit\u00e4t Siegen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Den mit 10.000 Euro dotierten Preis hat der international erfolgreiche Holzbau-Unternehmer <a href=\"http:\/\/www.thoma.at\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Erwin Thoma<\/strong><\/a> aus Goldegg gestiftet. Er sei einst von Kohr geistig inspiriert worden, seinen eigenen, nachhaltigen Weg zu gehen, betonte der Erfinder der Vollholz-Bauweise \u201eHolz100\u201c.<\/p>\n<p>Die Laudatio auf den Preistr\u00e4ger hielt der Berliner <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Van_Bo_Le-Mentzel\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Van Bo Le-Mentzel\u00a0<\/strong><\/a>und damit ein Mann, der durch seinen Einfallsreichtum in Sachen \u201eerzwungener\u201c Selbstbegrenzung bekannt geworden ist: Der Architekt hat \u201eHartz IV-M\u00f6bel\u201c zum Selberbauen entworfen und eine \u201e100-Euro Mietwohnung\u201c konstruiert. Paechs Konsequenz, sein Denken auch selbst zu leben, sich zum Beispiel nicht von den digitalen Medien vereinnahmen zu lassen, mache Mut, so Le-Mentzel.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.salzburg.gv.at\/politik_\/Seiten\/schellhorn.aspx\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Kulturlandesrat Heinrich Schellhorn\u00a0<\/strong><\/a>begl\u00fcckw\u00fcnschte in seiner Festrede Alfred Winter &#8211; den einstigen \u201ekompetenten Geburtshelfer\u201c von Tauriska und Kohr-\u201eWiederentdecker\u201c &#8211; sowie das Ehepaar V\u00f6tter f\u00fcr ihre \u201equalit\u00e4tsvolle und gesellschaftspolitisch relevante Kulturarbeit\u201c.<\/p>\n<p>Die V\u00f6tters h\u00e4tten die \u201ebesondere Gabe\u201c, Menschen in ihrem Tun zu best\u00e4rken. Dabei bewiesen Sie Einfallsreichtum, die F\u00e4higkeit zu Kommunizieren und Hartn\u00e4ckigkeit. Es sei eine gro\u00dfe Ehre, den Nachlass Kohrs an der Universit\u00e4t verwalten zu d\u00fcrfen, betonte Rektor <a href=\"http:\/\/www.uni-salzburg.at\/?id=21741\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Heinrich Schmidinger<\/strong><\/a>. Das Gedankengut dieses \u201eMahners\u201c sei bei der heutigen globalen Entwicklung wichtiger denn je.<\/p>\n<p>Musikalisch durch das Programm f\u00fchrte das junge Trompetentalent Lorenz Widauer gemeinsam mit Clemens Windtner (Drums) und Justus B\u00f6hm (Bass).<\/p>\n<p>Den Leopold-Kohr-Preis f\u00fcr soziale, kulturelle und \u00f6konomische Projekte hatte Wissenschaftsminister Johannes Hahn anl\u00e4sslich des 100. Geburtstages des Philosophen Kohr (1909-1994) ins Leben gerufen. 2010 war er erstmals an Friedensforscher Dieter Senghaas verliehen worden. 2013 ging er an Claus Biegert f\u00fcr sein Lebenswerk gegen die Folgen der Anwendung nuklearer Technik.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/taxham.jalbum.net\/Kohrpreis%202016\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Weitere Fotos von der Veranstaltung <\/strong><\/a><\/p>\n<div class=\"wrapper\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Mittwoch, 5. Oktober 2016 nahm einer der bedeutendsten deutschen Wachstumskritiker, Prof. Dr. Niko Paech, in der Aula der Universit\u00e4tsbibliothek Salzburg, den Leopold Kohr Preis 2016 entgegen. 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