{"id":453,"date":"2018-05-02T17:36:14","date_gmt":"2018-05-02T15:36:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.tauriska.at\/kohr\/?p=453"},"modified":"2018-05-24T21:13:52","modified_gmt":"2018-05-24T19:13:52","slug":"leopold-kohr-preis-2010","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tauriska.at\/kohr\/leopold-kohr-preis-2010\/","title":{"rendered":"Leopold Kohr-Preis 2010"},"content":{"rendered":"<p><em>Bild: Verleihung Leopold Kohr-Preis 2010: von rechts: Preistr\u00e4ger Prof. Dieter Senghaas, Dr. G\u00fcnther Burkert-Dottolo (Leiter der Abteilung f\u00fcr Forschungspolitik von Universit\u00e4ten, Fachhochschulen und Privatuniversit\u00e4ten), LHst. Wilfried Haslauer, die Tr\u00e4ger des Kohr-F\u00f6rderpreises f\u00fcr ihr fairkehr-Projekt-Fang Liang He, Lukas Uitz, Erik Schnaitl, Herbert Kilian; Prof. Alfred Winter (Kohr Entdecker), Dr. Reinhold Wagnleitner (Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirates der Leopold Kohr Akademie), Susanna V\u00f6tter-Dankl &#8211; Leiterin der Leopold Kohr Akademie &#8212; alle in einem Gehzeug von Fairkehr<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Der Friedens- und Konfliktforscher Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. Dieter Senghaas<\/strong> aus Bremen ist erster Preistr\u00e4ger des Leopold-Kohr-Preises. &#8222;Damit wird Prof. Senghaas der erste in einer Reihe von sicherlich herausragenden Pers\u00f6nlichkeiten, die in Zukunft nominiert werden, sein&#8220;, sagte der f\u00fcr Kulturelle Sonderprojekte des Landes ressortzust\u00e4ndige Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Wilfried Haslauer in seiner Laudatio bei der Verleihung des Leopold-Kohr-Preises 2010 in der Gro\u00dfen Aula der Universit\u00e4t Salzburg.<\/p>\n<p>Prof. Dr. Dieter Senghaas ist Politologe, Sozialwissenschafter und Friedensforscher und lebt in Bremen. Geboren wurde er 1940 in Geislingen an der Steige (Deutschland). Dann studierte er in Frankfurt, forschte und lehrte in Harvard, Frankfurt und Bremen. Er ist einer der Mitbegr\u00fcnder der Friedens-, Konflikt- und Entwicklungsforschung und wurde mit zahlreichen Preisen und einem Ehrendoktorat der Universit\u00e4t T\u00fcbingen ausgezeichnet. Schon 1965 besch\u00e4ftigte sich Senghaas &#8211; damals noch Student an der Universit\u00e4t Frankfurt &#8211; mit Leopold Kohr. Er verfasste f\u00fcr die Frankfurter Allgemeine Zeitung eine Rezension von Kohrs drittem Buch &#8222;Weniger Staat&#8220;. In den vergangenen Jahren widmete sich Senghaas in B\u00fcchern, Vortr\u00e4gen und neuen Medien intensiv den Zusammenh\u00e4ngen von Krieg, Frieden und Musik und durchbrach damit &#8211; ganz im Sinne Leopold Kohrs &#8211; die Grenzen des traditionellen Wissenschaftskanons.<\/p>\n<p>In ihrem 2014 neu herausgegebenen Buch: <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/Deutsche-Politikwissenschaftler-Wirkung-Abendroth-Zellentin\/dp\/3832976477\/ref=sr_1_sc_1?ie=UTF8&amp;qid=1413971568&amp;sr=8-1-spell&amp;keywords=Deutsche+Politikwissenschafter+-+Werk+und+Wirkung\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">&#8222;Deutsche Politikwissenschafter &#8211; Werk und Wirkung&#8220;\u00a0<\/a>w\u00fcrdigen die Autoren Eckhard Jesse und Sebastian Liebold das Werk des Professors: &#8230; &#8222;er sei ein herausragender Wissenschaftler, der eine ganze Generation von Menschen in der Friedensforschung, in der Friedensbewegung und in der entwicklungspolitischen \u201aSzene gepr\u00e4gt hat &#8230;&#8220;. Dieter Senghaas, ehemaliger Professor der Universit\u00e4t Bremen ist heute Senior Fellow des dortigen Instituts f\u00fcr Interkulturelle und Internationale Studien (InIIS).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Friedensforschung im europ\u00e4ischen Raum etabliert<br \/>\n<\/strong>F\u00fcr Dieter Senghaas sei als Pionier der Friedens-, Konflikt- und Entwicklungsforschung immer der Frieden im Mittelpunkt des Interesses gestanden. Der Preistr\u00e4ger habe ma\u00dfgeblich dazu beigetragen, die Friedens- und Konfliktforschung in Deutschland sowie im gesamten europ\u00e4ischen Raum zu etablieren, so Landeshauptmann-Stellvertreter Haslauer in seiner Laudatio. &#8222;Dieter Senghaas postulierte als notwendige Voraussetzungen f\u00fcr den Frieden Rechtsstaatlichkeit, politische Teilhabe, Gewaltmonopol und Affektkontrolle. Dies sind Errungenschaften der modernen Gesellschaften, bei denen wir manchmal vergessen, dass sie nicht selbstverst\u00e4ndlich sind.&#8220;<\/p>\n<p>Den Leopold-Kohr-Preis erhielt <a href=\"http:\/\/www.iniis.uni-bremen.de\/personen\/dieter-senghaas\/lebenslauf\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Prof. Dieter Senghaas\u00a0<\/a>f\u00fcr sein Lebenswerk im Sinne von Leopold Kohr.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Verkehrspolitisches Bewusstsein f\u00f6rdern<br \/>\n<\/strong>Den Leopold-Kohr-F\u00f6rderpreis \u00fcberreichte Landeshauptmann-Stellvertreter Haslauer an den Salzburger Erik Schnaitl von &#8222;fairkehr&#8220;, dem Verein zur F\u00f6rderung verkehrspolitischer Bewusstseinsbildung. Der F\u00f6rderpreis ist mit 5.000 Euro dotiert, der Leopold-Kohr-Preis mit 10.000 Euro. Beide Preise werden von der Leopold-Kohr-Akademie vergeben und vom Bundesministerium f\u00fcr Wissenschaft und Forschung gestiftet.<\/p>\n<p>Der <strong>Verein &#8222;fairkehr&#8220;<\/strong> wurde im Sommer 2007 von Erik Schnaitl gegr\u00fcndet. Der Verein zur F\u00f6rderung verkehrspolitischer Bewusstseinsbildung veranstaltet Gehzeug-Aktionen und informiert in Workshops und Vortr\u00e4gen \u00fcber eine Verkehrsplanung, die \u00fcber den Tellerrand der motorisierten Verkehrsteilnehmer hinausblickt. Im Mai 2010 organisierten Erik Schnaitl, Lukas Uitz und Fang Liang He das &#8222;fairkehrte Fest&#8220; in der Stadt Salzburg. Es wurde die t\u00e4glich von 24.000 Fahrzeugen frequentierte St.-Julien-Stra\u00dfe f\u00fcr zwei Tage gesperrt. Wo sonst Autos fahren, boten Rollrasen, Str\u00e4ucher, Streetsoccer, Stra\u00dfenmusikanten und Gastg\u00e4rten Platz f\u00fcr menschliche Kontakte. Die Aktion entspricht vollinhaltlich Leopold Kohrs Forderung nach menschengerechten St\u00e4dten und einer Entschleunigung des Lebens.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Verkehrsstr\u00f6me richtig steuern<br \/>\n<\/strong>&#8222;Kunst und Kultur seien wichtige Merkmale einer modernern Gesellschaft. Andererseits seien auch Verkehrswege, Stra\u00dfen und technische Infrastruktur n\u00f6tig&#8220;, sagte Landeshauptmann-Stellvertreter Haslauer \u00fcber die F\u00f6rderpreistr\u00e4ger &#8222;fairkehr&#8220;. &#8222;Das Gleichgewicht beziehungsweise das richtige Ma\u00df zu finden, ist eine gro\u00dfe Herausforderung. Die Verkehrsstr\u00f6me richtig zu steuern, damit die St\u00e4dte, Umlandgemeinden und auch weiter entfernte Gebiete eine hohe Lebensqualit\u00e4t aufweisen, ist nicht immer leicht, genauso wie das richtige Ma\u00df zwischen Autos, notwendigen Transporten, aber auch nicht unbedingt notwendigen kurzen Stadtfahrten, Mu\u00dfe, Lebensraum zu finden.&#8220; Dass es dem Verein &#8222;fairkehr&#8220; mit dem &#8222;fairkehrten Fest&#8220; in der St.-Julien-Stra\u00dfe gelungen sei, sei daher umso beachtlicher. &#8222;Die Herausforderungen, vor denen die Welt heute steht, machen Kohrs Ans\u00e4tze aktueller und zeitgem\u00e4\u00dfer denn je&#8220;, so Landeshauptmann-Stellvertreter Haslauer weiter. &#8222;Kleinr\u00e4umigkeit und eine neue Bescheidenheit stehen als Alternative zur Globalisierung in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft im Raum. F\u00fcr uns in Salzburg, aber auch dar\u00fcber hinaus, gilt es, von Kohr zu lernen, dass am Beispiel Wirtschaft eine Vielzahl an Klein- und Mittebetrieben zweifellos krisen- und arbeitsplatzsicherer sind und dadurch menschlicher als Multikonzerne, die in Form des Raubtierkapitalismus schonungslos gegen die Menschen und f\u00fcr die Gewinnmaximierung einiger Weniger agieren.&#8220; Es sei daher erfreulich, dass der Leopold-Kohr-F\u00f6rderpreis an ein engagiertes regionales Projekt in Salzburg gehe, so Landeshauptmann-Stellvertreter Haslauer, der sich bei Prof. Alfred Winter, dem Leiter des Referates f\u00fcr Kulturelle Sonderprojekte des Landes und &#8222;Entdecker&#8220; Kohrs, bei Susanna V\u00f6tter-Dankl und Christian V\u00f6tter von der Leopold-Kohr-Akademie f\u00fcr die Organisation des Leopold-Kohr-Jahres, beim wissenschaftlichen Beirat und Geschichts- und Politikwissenschafter Univ.-Prof. Dr. Reinhold Wagnleitner sowie bei der Jungen Philharmonie Salzburg bedankte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bild: Verleihung Leopold Kohr-Preis 2010: von rechts: Preistr\u00e4ger Prof. Dieter Senghaas, Dr. G\u00fcnther Burkert-Dottolo (Leiter der Abteilung f\u00fcr Forschungspolitik von Universit\u00e4ten, Fachhochschulen und Privatuniversit\u00e4ten), LHst. 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